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Detlef:
Hallo zusammen, schön, dass Ihr/Sie wieder dabei seit zu unserer Mahnwache. Es gibt Positives und Negatives zu berichten.
Zum Positiven: An den diesjährigen Ostermärschen haben mehr Menschen teilgenommen als im Jahr zuvor. So zumindest die Aussagen von Pressenza vom 06.04.2026. Zitat daraus:
„Durch neue Friedensinitiativen vor allem in kleineren Städten konnte die Beteiligung bei den Ostermarsch-Aktionen mit Mahnwachen, Friedensgottesdiensten und Kundgebungen erhöht werden, auch wenn angesichts der kritischen weltweiten Lage eine höhere Beteiligung wünschenswert wäre.“
Die diesjährigen Ostermärsche können auch als Auftakt für weitere Aktionen der Friedensbewegung in diesem Jahr verstanden werden, Zitat aus demselben Artikel:
„Der Ostermarsch war in diesem Jahr ein gelungener Auftakt für vielfältigen Widerstand, gegen Aufrüstung und Krieg, gegen neue Mittelstreckenwaffen am 30. Mai in Wiesbaden und Grafenwöhr, gegen Militärstandorte, wie die US-Basis in Rammstein am 27. Juni, sowie gegen die Wehrpflicht am 08. Mai“ , so der Sprecher der Infostelle Ostermarsch im Frankfurter Gewerkschaftshaus, Willi van Ooyen.
Dennoch bleibt eine Frage ungeklärt: Warum sind bei den diesjährigen Ostermärschen nicht Hunderttausende oder Millionen auf die Straße gegangen, wo doch tatsächlich ein dritter Weltkrieg droht? Hierzu einige Meinungen von mir:
- Bei der großen Friedensbewegung in Deutschland in den 1980er Jahren war die Regierung auch gegen die Forderungen der Friedensbewegung eingestellt (es ging um den sogenannten NATO-Doppelbeschluss). Dennoch wurden die Forderungen der Friedensbewegung damals in den relevanten Medien (etwa ARD und ZDF) breit dargestellt und nicht verunglimpft. Das ist heute ganz anders.
- Laut Meinungsumfragen ist nach wie vor Verteidigungsminister Pistorius einer der beliebtesten Politiker in Deutschland, obwohl er lautstark immer wieder fordert, dass Deutschland kriegstüchtig werden sollte.
- Die allermeisten Menschen in Deutschland wollen keinen neuen Krieg. Dennoch stimmen viele auch der These zu, dass Deutschland aufrüsten muss, damit wir uns vor einem Angriff Russlands und vor allem dem bösen Putin schützen müssen.
- Es gibt mittlerweile eine große Anzahl von alternativen Medien (z.B. NachDenkSeiten, Berliner Zeitung, junge Welt, der Freitag und viele andere). Diese Medien werden durchaus von einer großen Anzahl von Menschen gelesen, doch nur ein kleiner Prozentsatz der LeserInnen nehmen auch an Friedensdemonstrationen teil.
Besnders über den letzten Punkt sollten wir uns Gedanken machen. Die Anzahl der Menschen, die diese alternativen Medien regelmäßig lesen, geht in jedem Fall in die Millionen. Der größte Prozentsatz davon lehnt die Kriegspolitik unserer Bundesregierung ab. Warum, so meine Frage, nehmen die meisten davon nicht an Demonstrationen der Friedensbewegung teil?
Noch eine Frage: Nach Beginn des Ukraine-Krieges gab es eine Unterschriftenliste von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer unter ein Manifest für Frieden. Dieses Manifest haben damals fast eine Million Menschen unterzeichnet. Wenn aktuell von der Friedensbewegung Online-Unterschriften unter einen Appell gesammelt werden, kann man froh sein, wenn wenigstens 100.000 Menschen unterzeichnen. Woran liegt das?
Ich habe auf diese Frage auch keine einfache Antwort. Nach dieser Mahnwache setzen wir uns ja noch einmal zusammen. Hierzu wäre es gut, ein paar Ideen zu sammeln, wie es gelingen könnte, insbesondere diejenigen Menschen zu Aktivitäten zu gewinnen, die doch von ihrer Meinung her auf unserer Seite stehen. Wenn uns dazu etwas einfällt, sollten wir unsere Vorschläge in jedem Fall etwa an das Netzwerk Friedenskooperative und andere senden.
Noch ein Vorschlag von mir, über den wir auf unserem Treffen vielleicht nachdenken könnten. Vielleicht sollten wir versuchen, im Herbst diesen Jahres als Friedensinitiative Schorndorf in der Manufaktur eine Veranstaltung durchzuführen. Mitveranstalter könnten etwa sein:
- Das BSW
- Die LINKE
- Die einst von Sahra Wagenknecht gegründete Bewegung Aufstehen
- Die Bewegung gegen die Wehrplicht
Möglicherweise kämen hier auch noch weitere Aufrufer in Frage. Alle Aufrufer könnten dann auch einen eigenen Stand aufstellen, um für ihre jeweiligen Anlegen zu werben.
Die Veranstaltung würde sich in zwei Teile gliedern: Zum einen gäbe es eine politische Debatte (Thema etwa: Wir wollen eine friedliche Welt in der alle Menschen gut leben können). Die Debatte sollte möglichst spannend gestaltet werden, lange und langweilige Vorträge wäre nicht gut. Die Debatte sollte allerhöchstens zwei Stunden dauern, eher weniger.
Der zweite Teil sollte mit Musik und Kultur interessant insbesondere für die Jugend sein. Die Jugend will „Musik, will Spiel und Spaß, will dass man sich vital vergnügt“. Darüber sollten wir uns dann noch viele Gedanken machen.
Alles nur Ideen und/oder Vorschläge, über die wie gemeinsam reden sollten.
Uwe:
Wir laden Sie nun wieder dazu ein, einige Minuten mit uns zu schweigen und all derer zu gedenken, die durch kriegerische Auseinandersetzungen, im Nahen Osten, in der Ukraine, in Russland oder bei den vielen unbekannten weltweit stattfindenden kriegerischen Handlungen ermordet, verletzt, ihrer Heimstatt beraubt wurden, oder sich auf der Flucht vor Krieg und Elend befinden.
Wir gedenken auch der Natur, unserer Lebensgrundlage, gegen die weltweit ein permanenter Krieg geführt, und die erbarmungslos zerstört wird.
Wir gedenken auch all der Menschen, die sich aktiv gegen den Krieg, für mehr Mitmenschlichkeit und gegen die Zerstörung unserer Mitwelt einsetzen.
Uwe:
Ich lese nun ein Text von Bertha von Suttner vor:
„Rache und immer wieder Rache!
Keinem vernünftigen Menschen würde es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen.
Nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden.
Vielleicht ist eine weltumfassende Schwesterlichkeit notwendig,
ehe eine brüderliche Verständigung
der gesamten Menschheit möglich wird.“
Uwe:
Bevor wir unsere heutige Mahnwache gegen den Krieg und für den Frieden beenden, nun noch einige Hinweise auf Veranstaltungen und Aktionen, die in nächster Zeit stattfinden:
- Am heutigen Freitag um 19 Uhr spricht und diskutiert in der Glockenkelter in Stetten Remstal, Andreas Zumach zum Thema: „Der Nahe Osten brennt“.
- Am Montag, 13.04. trifft sich wieder die Ökumenische Friedensgruppe der Stadtkirchengemeinde Schorndorf um 18.00 Uhr im Martin-Luther-Haus.
- Am Mittwoch, 15.04. findet, wie an jedem Mittwoch, von 17h bis 17.39h in Ulm eine Mahnwache für den Frieden statt.
- Am Donnerstag, 16.04., findet von 17h bis 18.30h in Stuttgart auf dem Schlossplatz eine „Friedensmahnwache“ statt. Diese Aktion findet, wie unsere Mahnwache auch, in jeder Woche an den Donnerstagen statt.
- Wer am morgigen Samstag Zeit und Lust dazu hat, uns bei unserer Banneraktion zu unterstützen, melde sich bitte nach der Mahnwache bei Doris.
Damit ist unsere heutige Mahnwache gegen den Krieg und für den Frieden beendet. Unsere nächste Mahnwache findet heute in einer Woche, am Freitag, den 17.April um 18 Uhr, wieder hier vor dem Rathaus statt.
Wir bedanken uns dafür, dass Sie gekommen sind, wünschen Ihnen einen guten Nachhauseweg und ein schönes Wochenende.
