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Detlef:
Hallo zusammen, schön, dass Ihr bzw. Sie auch heute wieder zu unserer Mahnwache erschienen seid.
Nein, leider gibt es nichts Gutes zu berichten. Die Hoffnung auf Frieden in der Welt scheint im Gegenteil noch weiter zerstört worden zu sein. Die Hoffnung auf Frieden zwischen den USA und Israel gegen den Iran scheint trotz aller Verhandlungen weit entfernt davon, Realität zu werden.
Noch schlimmer die Situation im Ukraine-Krieg. Hier gibt es nach dem letzten NATO-Treffen anscheinend eine neue Einigkeit zwischen Trump und der EU. Der Ukraine-Krieg gegen Russland muss gewonnen werden! Hierzu gibt es einen sehr lesenswerten Artikel von Petra Erler, die zusammen mit Günter Verheugen das Buch „Der lange Weg zum Krieg“ veröffentlicht hat. Hier kann der Artikel nachgelesen werden.
Zitat daraus:
„Trump hatte allen Grund, hochzufrieden zu sein. Die europäischen Pappenheimer sind genau dort angekommen, wo sie sein sollen: in ihrem Selbstverständnis sind sie inzwischen (mit Ausnahme von Spanien) keine „Trittbrettfahrer“ (Merz) mehr, sondern dankbare Unterstützer des US-Hochrüstungs-Konjunkturprogramms. Das ist die neue „Lastenteilung“ in der Nato: Sehr viel mehr europäische Steuermilliarden werden in die USA fließen. Europäische Steuergelder werden in die Ukraine fließen. Im Ukraine-Krieg lässt sich die Kriegstauglichkeit neuer Waffen bestens testen.“
Ja, da gab es doch einmal Hoffnungen im Ukraine-Krieg. Trump trat in Verhandlungen ein, mit der Ukraine und mit Russland. Eine Zeitlang bestand die Hoffnung, dass aus diesen Verhandlungen tatsächlich so etwas wie ein Friedensabkommen, ein Ende dieses unseligen Krieges herauskommen könnte. Diese Hoffnungen sind spätestens seit dem letzten Treffen der NATO beim Gipfel von Ankara zerstört worden.
Trump hat mittlerweile nichts dagegen, wenn die Europäer den Krieg gegen Russland mit Hilfe der Ukraine weiterführen. Allerdings möchte er dafür kein Geld mehr ausgeben. Die Europäer dürfen gerne Waffen an die Ukraine liefern, sie sollen diese allerdings selbst bezahlen und am besten bei US-Rüstungskonzernen kaufen.
Ein weiteres Zitat aus dem Artikel von Petra Erler:
„In seinen öffentlichen Auftritten in Ankara stellte Trump unumwunden klar: Er will weitere Investitionen in die US-Wirtschaft. Er will mehr US-Waffen verkaufen, die er wie ein gewiefter Autoverkäufer anpreist. Niemand habe etwas besseres. Denkt Trump an die Ukraine, gehört ihm längst ein gutes Stück Territorium des Landes. Das, wo die Seltenen Erden liegen.
Damit sich alles materialisiert, muss nur noch der ewige Feind (Russland) in die Knie gezwungen werden. Auch darin beschönigte Trump nichts: Wir eskalieren, fasste er kurz und bündig zusammen, was sein Außenminister Rubio eher blumig als „mehr Druck auf Russland“ umschrieb. Was sich die USA ausgedacht hatten, war allerdings in der New York Times vom 30. Dezember 2025 nachlesbar: Während Trump eine öffentliche Gaukelei aufführte, verstärkten CIA und Pentagon mit seiner Billigung im geheimen, aber massiv, eine ukrainische Kampagne von Drohnenangriffen auf russische Ölanlagen und Tanker, um so die russische Kriegsmaschine zu schwächen.“
Um es noch einmal klar zu sagen: Die USA auch unter Trump haben gar nichts dagegen, wenn der Krieg in der Ukraine immer weiterläuft. Wie viele Menschen dabei sterben, so etwas hat noch keine US-Administration seit dem zweiten Weltkrieg jemals interessiert, Hauptsache es nutzt ihnen und sie verdienen daran dickes Geld. Es sei noch einmal daran erinnert, dass die meisten völkerrechtswidrigen Kriege mit einer Unzahl von Toten seit dem zweiten Weltkrieg von den USA geführt wurden. Menschenleben haben keine US-Administration seit dem zweiten Weltkrieg überhaupt interessiert – es ging immer nur um Profit und Macht in der Welt. Hat Europa deswegen schon einmal Sanktionen gegen die USA verhängt?
Es ist in diesem Zusammenhang auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass die USA in beiden Weltkriegen niemals direkt angegriffen wurden. Sie haben mit eigenen Truppen im Ausland in diese Kriege eingegriffen – aber niemals fielen Bomben z.B. auf New York. Die aktuelle US-Administration scheint davon auszugehen, dass dann, wenn es zu einem Krieg zwischen den europäischen NATO-Partner und Russland kommt, bei dem möglicherweise eine große Unzahl von Menschen in Europa sterben werden, sie aber wie in den Kriegen zuvor nicht betroffen sein werden.
Umso entsetzlicher ist es, dass etwa unser Bundeskanzler Merz überhaupt keine Bemühungen unternimmt, mit Russland über ein Friedensabkommen über die Ukraine zu verhandeln. Er will einfach nur immer mehr Waffen an die Ukraine liefern, auch wenn in dieser Regierung echte Nazis mitmischen, auch wenn in der ukrainischen Armee immer noch das faschistische Asow-Regiment ein fester Bestandteil ist, auch wenn Straßen in der Ukraine nach dem Altnazi Bandera umbenannt werden. Nein, das rechtfertigt nicht den völkerrechtswidrigen Angriff von Russland auf die Ukraine. Es zeigt aber nur, dass eine Beurteilung der Ukraine unter Selenskyi als die „Guten“ in diesem Krieg vollkommen falsch ist.
Wenn noch dazu Deutschland aktuell immer mehr Geld in die Rüstung steckt in einem Ausmaß, dass man sich fragen muss: Bereitet Deutschland sich ernsthaft auf einen Krieg gegen Russland vor? Immerhin möchte auch der Verteidigungsminister (oder soll ich sagen Kriegsminister) Pistorius, Deutschland wieder kriegstüchtig machen. Es stell sich leider die Frage: Bereitet diese Regierung unter Kanzler Merz sich tatsächlich auf einen neuen Krieg gegen Russland vor? Das haben sie schließlich in den beiden Weltkriegen zuvor gegen die damalige Sowjetunion schon zweimal versucht – die Folgen sind bekannt. Und: Immer dann, wenn Deutschland dermaßen massiv aufgerüstet hat wie aktuell jetzt, sind sie in den Krieg gezogen. Nein, ich möchte das nicht glauben (obwohl eine Reihe von Analysten der Meinung sind, dass sie genau das tun). Aber: Das alles kann einem schon Angst machen!
Wir sollten uns allerdings nicht zu der Schlussfolgerung verleiten lassen, dass wir dagegen sowieso nichts machen können. Da gibt doch durchaus auch Entwicklungen, die uns Hoffnung machen, z.B.:
- Trotz all der Kriegspropaganda, der wir täglich ausgesetzt ist, ist es etwa damit unserer Bundesregierung nicht gelungen, eine Stimmung für den Krieg zu erzeugen. Im Gegenteil, die allermeisten Menschen in Deutschland wollen keinen Krieg.
- Da gab es im Land die großen Schulstreiks gegen die Einführung einer Wehrpflicht. Alle Jugendlichen ab 18 Jahren wurden von der Bundeswehr angeschrieben, um die Eignung und die Bereitschaft abzufragen, zur Bundeswehr zu gehen. Ein positives Ergebnis aus meiner Sicht: Nur wenige Hundert haben daraufhin ihre Bereitschaft erklärt, zur Bundeswehr zu gehen.
- Ich glaube sogar, dass bei immer mehr Menschen die Erkenntnis reift, dass alle Kürzungen (bei Sozialleistungen, bei der Bildung, bei der Rente oder auch im Gesundheitswesen) nicht nötig wären, wenn nicht so unglaublich viel Geld in die Rüstung gesteckt würde.
Es wäre natürlich auch wichtig, dass immer mehr Menschen offen ihre Ablehnung dieses Kriegskurses zeigen, wofür wir natürlich weiterhin werben wollen. Die nächste Möglichkeit hierzu haben wir am 03.10.2026, wo es wieder große Friedensdemonstrationen in Berlin und in Stuttgart geben wird. Ich zitiere aus dem Aufruf zu diesen Demonstrationen:
Wir fordern:
- Schluss mit Hochrüstung, Kriegswirtschaft und Sozialabbau!
- Keine Erstschlagwaffen!
- Nein zur Wehrpflicht und anderen Zwangsdiensten!
- Stopp aller Wirtschaftssanktionen und Waffenlieferungen!
- Schließung aller US-Militärstützpunkte in Deutschland und Abzug der US-Atomwaffen!
- Zurück zum Völkerrecht – für alle!
Wir brauchen Abrüstung, neue Abkommen zur internationalen Rüstungskontrolle, den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag und eine gemeinsame Friedensordnung in Europa unter Einschluss Russlands. Wir wollen Frieden und diplomatische Lösungen entsprechend dem Völkerrecht!
Dafür gehen wir am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart auf die Straße.
Doris:
Wir werden jetzt wieder einige Minuten schweigen. Wir denken an die Opfer der Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten, und an die Opfer der Kriege in anderen Ländern, die oft vergessen werden. An die Menschen, die im Krieg verletzt wurden an Leib und Seele. An alle, die ihr Leben verloren haben, seien es Soldaten oder Zivilisten. An alle, die ihre Heimat verlassen mussten und auf der Flucht sind. An die geschundene Natur, an die zerstörte Kultur. An alle, die sich gegen den Krieg einsetzen. Mögen die Politiker auf allen Seiten endlich zur Vernunft kommen und eine weitere Eskalation verhindern.
Doris:
Ich lese aus dem Buch „Grundrechte“ von Ulrich Schaffer:
Du hast das Recht, zu hoffen
Du hast das Recht, zu hoffen, wahnsinnig und grenzenlos zu hoffen
gegen die Verrücktheit der Aufrüstung und Ausbeutung,
gegen die armselig Mächtigen.
Du hast das Recht, maßlos zu hoffen
auf Wasser, wo nichts als Trockenheit ist
auf Leben, wo der Tod alles in der Hand zu haben scheint.
Du hast das Recht, zu hoffen
gegen alle Umfragen, gegen jede allwissende Hochrechnung,
gegen die Statistiken, gegen die Pessimisten, Optimisten und Realisten.
Du hast das Recht, zu hoffen
gerade dann, wenn alle meinen, es gebe nichts mehr zu hoffen.
Dann zählt deine Hoffnung doppelt und tausendfach.
Doris:
Ich möchte noch folgendes ansagen, bevor wir unsere Mahnwache beenden:
- Im Mai dieses Jahres wurde die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen zwar abgesagt. Doch im Zuge des diesjährigen NATO-Gipfels in Ankara hat Bundeskanzler Merz den Kauf von US- Mittelstreckenwaffen vom Typ „Tomahawk“ verkündet. Gleichzeitig werden Rüstungsprojekte zur Entwicklung eigener europäischer Mittelstreckenwaffen massiv vorangetrieben. Auf der Plattform „Lobbying4Peace“ gibt es jetzt die Möglichkeit, Bundeskanzler Merz unseren Protest dagegen mitzuteilen. Wir sollten diese Möglichkeit ganz dringend nutzen. Zum Protestbrief-/mail: Stoppen Sie die Aufrüstung mit Mittelstreckenwaffen! Rüstungskontrolle – jetzt!
- Morgen, am Samstag, 18.7. um 12.00 Uhr ruft das Bündnis „Kommunen am Limit“ zur Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz auf. Sozialabbau, Rechtsruck und Militarisierung können nur gestoppt werden, wenn alle fortschrittlichen Bewegungen gemeinsam dieser Entwicklung Einhalt gebieten. Deshalb rufen Friedensgruppen aus Stuttgart dazu auf, sich an den Sozial-Protesten zu beteiligen und auf diesen Zusammenhang aufmerksam zu machen. Es wird auch einen Redebeitrag aus den Reihen der Friedensbewegung geben. Für die Demonstration soll ein kleiner „Friedensblock“ mit Plakaten und Transparenten gebildet werden.
- Vom 31.07. – 08.08. veranstaltet die DFG-VK Bayern wieder eine Peacemakers-Friedens-Radtour von Nördlingen über Stuttgart nach Ulm unter dem Motto: „Auf Achse für Frieden und Abrüstung“. Am 03.08. werden die Radfahrer in Schorndorf bei unserem Ginkobaum Station machen. Näheres werden wir noch bekanntgeben.
- Am Freitag, den 07.08. werden wir um 18.00 Uhr auf dem Schorndorfer Marktplatz wie jedes Jahr eine Mahnwache zum Hiroshima-/ Nagasaki Gedenken Wer dazu einen Text, ein Gedicht oder Anderes beitragen kann, möge sich bitte bei uns melden. Es wäre schön, wenn mehrere Personen sich beteiligen.
- Am 03. Oktober wird es wie letztes Jahr zwei große Friedensdemonstrationen in Berlin und Stuttgart geben.
- Heute und am nächsten Freitag möchten wir wieder etwas Geld sammeln, das die Firma Schmid für die kostenlose Überlassung dieser Lautsprecheranlage seit 4 ½ Jahren bekommen soll. Wer etwas geben möchte, bitte in dieses Glas legen.
- Unsere nächste Mahnwache, die letzte vor den Sommerferien – außer dem Hiroshma- Nagasaki Gedenken – ist heute in einer Woche, am Freitag den 24. Juli um 18.00 Uhr, dann wieder auf dem Marktplatz.